vC/CDU Gerlingen
So voll war das Ludwigsburger Landratsamt beim Festakt wohl noch nie: Zum 32. Mal hatte der CDU-Kreisverband zum Tag der Deutschen Einheit eingeladen. Hauptredner war Reiner Haseloff, langjähriger Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Auch zahlreiche Gerlingerinnen und Gerlinger waren dabei.
Kreisvorsitzender Rainer Wieland eröffnete die Veranstaltung. Der Gerlinger war Vizepräsident des Europäischen Parlaments und führt heute den Verband Region Stuttgart. Er stellte die Leitfrage: Sind wir 36 Jahre nach der Wiedervereinigung noch auf dem Weg zur inneren Einheit? Vieles sei erreicht, manches noch offen. Die Menschen im Osten hätten die Lasten von Krieg und Diktatur getragen, der Westen habe den Aufbau mit großen Summen unterstützt. Beides verdiene Respekt. Wieland rief dazu auf, einander besser zuzuhören.
Haseloff legte sein Manuskript beiseite und sprach frei. Der Wittenberger nahm das Publikum mit auf eine Reise durch die deutsche Geschichte: vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation über Luther und Bismarck bis zur Teilung. Den Fall der Mauer ordnete er europäisch ein, als Teil des Aufbruchs im ganzen Ostblock. Für die Einheit habe sich nur ein schmales Zeitfenster von rund 270 Tagen geöffnet. Die CDU-geführte Bundesregierung unter Helmut Kohl nutzte es entschlossen.
Die innere Einheit, so Haseloff, sei noch nicht vollendet, aber erreichbar. Sein Appell an die Gäste: Sie sollten laut sagen, welch großes Glück es ist, im wiedervereinigten Deutschland zu leben.
Im Anschluss verlieh der Kreisverband zusammen mit der CDU-Kreistagsfraktion den Annemarie-Griesinger-Preis. Ausgezeichnet wurden Ingrid Griesinger aus Löchgau und der Förderverein Guldenhof e.V. aus Hirschlanden. Für die Musik sorgte das Fagott-Trio der Jugendmusikschule Ludwigsburg mit Jonah Schraff, Constantin Späth und Daniel Kallenberger.

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